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⚡MB Group: Expertise kompakt – Wissensimpulse rund um Strom & Technik

2026-10-22T11:52:12+02:00

⚡ MB Group: Expertise kompakt – Wissensimpulse rund um Strom & Technik

500 kVA sind 500 kVA – oder etwa nicht?

Bei Stromerzeugungsaggregaten entscheidet nicht allein die Leistung in kVA. Mindestens genauso wichtig ist, unter welchen Betriebsbedingungen diese Leistung zur Verfügung stehen soll.

Die ISO 8528-1:2018 unterscheidet deshalb verschiedene Leistungskategorien:

🔹 COP – Continuous Power: Konstante Last und unbegrenzte Betriebsstunden. Typisch für eine kontinuierliche Energieversorgung mit weitgehend gleichbleibender Last.

🔹 PRP – Prime Power: Variable Last und unbegrenzte Betriebsstunden. Die mittlere Leistung über 24 Stunden darf grundsätzlich 70 % der PRP nicht überschreiten, sofern vom Hersteller nichts anderes freigegeben wird.

🔹 LTP – Limited-Time Running Power: Zeitlich begrenzter Betrieb bei konstanter Last – bis zu 500 Betriebsstunden pro Jahr. Typische Anwendung: zeitlich begrenzte Einsätze oder Peak-Shaving.

🔹 ESP – Emergency Standby Power: Für die Versorgung bei Ausfall der normalen Stromquelle. Variable Last, maximal 200 Betriebsstunden pro Jahr; auch hier beträgt die zulässige mittlere Leistung über 24 Stunden grundsätzlich maximal 70 %.

🔹 DCP – Data Centre Power: Speziell für Rechenzentren. Konstante oder variable Last bei unbegrenzter Laufzeit; das zulässige Leistungsniveau wird vom Hersteller passend zur Anwendung und Versorgungssituation festgelegt.

🔹 MAX – Maximum Power: Ein Sonderfall für Kleinaggregate. MAX beschreibt eine definierte kurzzeitige Maximalleistung und ist nicht mit einer beliebigen Überlast eines größeren Aggregats gleichzusetzen.

⚠️ Besonders wichtig bei Sicherheitsstromversorgungen:

Für Anwendungen nach DIN 6280-13, Anwendungsbereich 1 bzw. 2, wird bei der Leistungsauslegung ein begrenzter Dauerbetrieb von etwa 1.000 Betriebsstunden pro Jahr berücksichtigt. Eine reine ESP-Auslegung nach ISO 8528-1 mit maximal 200 h/Jahr ist hierfür in der Regel nicht ausreichend.

💡 Was bedeutet das für die Auslegung?

Nicht nur die kVA-Zahl zählt. Entscheidend sind unter anderem:

✔️ Lastprofil
✔️ Jährliche Betriebsstunden
✔️ Lastsprünge und Anlaufströme
✔️ Umgebungsbedingungen
✔️ Anforderungen an Verfügbarkeit und Redundanz

🔍 Kurz gesagt:
500 kVA PRP und 500 kVA ESP haben dieselbe Einheit – aber ein anderes zulässiges Betriebsprofil.

Die Fachgruppe Stromversorgung von Müller & Bleher unterstützt bei der Planung und Auslegung von Netzersatz- und Sicherheitsstromversorgungen.

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